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Buchvorstellung: Dragon Teeth - Wie alles begann von Michael Crichton


Die Novelle Dragon Teeth erzählt den kleingeistigen Krieg der Professoren Marsh und Cope. Beide auf ihrem Gebiet der Paläontologie jeweils unbestreitbar und zudem reale Figuren. Menschlich unterschieden sie sich jedoch gewaltig voneiander, was der fiktive Charakter William Johnnas recht deutlich zu spüren bekommt. Der Student beschließt nämlich seine Sommerferien nicht in Europa zu verbringen, sondern mit Marsh in den Westen von Amerika zu reisen, um Dinosaurierknochen auszugraben.

Soweit so klar, möchte man meinen, doch ist Marsh ein von Verfolgungswahn getriebener Mann, der hinter jeder Ecke einen Verrat an seiner Arbeit sieht. So dauert es nicht lange bis William bei Cope strandet, der ebenfalls in Indianergebieten im Westen Amerikas nach Fossilien sucht.

Crichton verwebt an diesem Punkt die amerikanische Geschichte gekonnt mit realen Figuren und fiktiven Charakteren, sodass man der Überzeugung erliegt, dass es genau so abgelaufen ist. Großartige Erwähnungen von Dinosauriern darf man sich hier nur am Rande erwarten. Das gleiche gilt für die Ausgrabungen. Vielmehr wird der Machtkampf zwischen Cope und Marsh ins Zentrum gestellt, der zudem noch, wie im Nachwort zu lesen ist, deutlich abgeschwächt dargestellt wird.

Wodurch die Geschichte besticht sind zudem die Landschaftsbeschreibungen und der Umstand, dass es zu Zeiten des großen Goldrausches auch noch andere Grabungswütige im Gebiet der Indianer gab. Was menschlich dabei zuweilen auf der Strecke bleibt und wie schnell hier der eine oder andere Revolver gezogen wird, ist durchaus für die Zeit von 1800 bestechend detailiert und ohne großes Blutgemetzel beschrieben.

Fazit: Ein informativer Roman über die Machtkämpfe von Professoren. Dinosaurierfans werden jedoch nur bedingt auf ihre Kosten kommen, wenn es um die Urzeitwesen per se geht.

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