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  • Merfyn

Naomi McLeary stellt sich vor


Nachdem ich es bereits mit einer Frau aufgenommen und überlebt habe, stelle ich mich heute der Herausforderung euch eine Person vorzustellen, die für manche nicht Handlungstragend ist, aber vermutlich mehr Einfluss auf die Protagonisten ausübte als man vermuten mochte.

„Herzlich Dank, Merfyn. Und bevor du fragst, ich gehe mit dir keinen trinken und auch nicht ins Bett.“

„Schlagfertigkeit kann man dir nicht absprechen, Naomi. Es freut mich, dass du dich mir stellst. Zumal du ja bereits die Gelegenheit hattest mit Evy über mich zu reden. Und bevor du fragst woher ich das weiß, ich habe überall meine Augen und Ohren.“

„Uhi, da habe ich aber jetzt eine wahnsinnige Angst. Fang schon an, du angeblich großartiger Dämonenbote.“

„Das bin ich in der Tat. Wenn du also darauf bestehst, hier die erste Frage an dich. Du bist eine Nachkommin der Cherokee. Zugleich ist dein Nachname ein Irischer. Hattest du je das Gefühl mit dir selbst im Zwiespalt zu sein?“

„Nicht die Spur. Mein Großvater war Cherokee und meine Mutter heiratete letztlich einen Iren. Für meinen Opa war das kein Problem. Meine Freunde fanden das cool. An der Universität und der Schule galt ich zwar immer als Minderheit, aber irgendwer musste die darstellen.“

„Du sprichst im Buch selbst nicht viel über dich. Eigentlich erfährt man auch wenig über dich. Wie kommt das?“

„Als die Geschichte entwickelt wurde gab es zwischen der Autorin und mir eine klare Absprache: Ich bin die Freundin im Hintergrund, die dann eingreift, wenn Evy nicht mehr weiter kann. Der Moment wo ich belehrend den Zeigefinger in die Höhe halte sollte so gut wie gar nicht vorkommen. Mag sein, dass sich das im Laufe der Zeit verändert hat, aber das auch nur aus dem Grund, weil Evy und Vince sich nicht einig wurden. Da sah ich mich zum ersten Mal gezwungen einzugreifen. Ansonsten bin ich eher die Form von Freundin, zu der man kommen kann um über alles zu reden. Eine gute Zuhörerin, die jedoch nie sagen wird mach es so oder so. Dazu bin ich einfach nicht geboren.“

„Du sprichst es gerade selbst an. Du hast Evy und Viny einen gehörigen Arschtritt verpasst. Wie war das für dich? Ein gutes Gefühl?“

„Na es war kein Schlechtes. Wobei ich mich in der Situation nicht unbedingt wohl gefühlt habe. Es gab davor schon einige Momente wo ich unverhofft in die ernste Rolle gerutscht bin. Vermutlich merkt man den Szenen an, wie angespannt ich dabei war. Allerdings will ich nicht sagen, dass ich auch nur eines meiner Worte bereue.“

„Warum auch, Naomi? Du hast es in den Szenen deutlich auf den Punkt gebracht. Abgesehen davon durftest du auch mal einen Abstecher in Vinys Wohnung machen. Hat er eigentlich noch immer die ganzen alten Bücher, die allmählich Staub ansetzen?“

„Ehrlich gesagt habe ich da nicht großartig darauf geachtet.“

„Ach ja, kann ich mir vorstellen. Du warst eher mit was Anderem beschäftigt. Wie war es vor ihm …?“

„Ich weiß genau worauf du anspielst, Merfyn. Es war keineswegs erbaulich. Ein wenig mehr Privatsphäre von ihm wäre nicht schlecht gewesen. Andererseits war es wohl eines der wenigen Male wo ich erlebt habe, was für Sorgen er sich um Evy machte.“

„Es gab im Buch noch mal einige emotionale Momente. Beispielsweise als Evy dich anrief und auch später. Hast du dich nie gefragt, ob irgendwann in der Mitte des Buches bereits der unvermeidliche Anruf käme?“

„Ständig. Es gab Tage da war es richtig still um Evy. Da macht man sich dann schon seine Gedanken. Besonders als es auf das Ende hinging. Allerdings wusste ich bereits, wann es zum Unvermeidlichen käme. Nicht wie und durch wen, aber es gab eine grobe Setzung des Kapitels. Wobei man sagen muss, die eigentliche Vorgabe hat uns vor dem Schlussstrich auch nicht bewahrt.“

„Dein Spitzname von Viny kam wohl auch nicht von ungefähr, oder?“

„Ich mag ihn. Indianische Schönheit hat etwas sehr Edles und würde man einem Kerl wie ihm gar nicht zutrauen.“

„Bereust du es, dass es sich am Ende noch mal ein klein wenig um dich dreht?“

„Ich weiß, dass es der Wunsch der Autorin war. Es sollte aufzeigen, was geschieht, wenn jemand für immer geht. Wie entwickelt sich das Leben der Freunde weiter. Eine Frage, die sich eigentlich durch das Ganze Buch zieht. Evy und ich haben darüber häufig gesprochen und letztlich saßen wir dann stets schweigend beisammen, beobachteten die Autorin beim Schreiben und fragten uns, wie es nach uns weitergehen würde. Im Prinzip kann man sagen, dass es am Ende gar nicht um mich per se geht, sondern vielmehr darum, wie die Situation Vincent verändert hat. Wie sie uns alle geprägt hat und wie wir zugleich daran gewachsen sind. Na ja, einige von uns, was, Merfyn?“

„Hey, ich bin mehr als genug an meinen Situationen gewachsen. So viel kann ein Dämonenbote gar nicht wachsen. Ich habe noch immer meinen Verstand, mein gutes Aussehen, meinen vorzüglichen Charakter und …“

„… deine Selbstverliebtheit nicht zu vergessen. Aber gut, lassen wir das Thema. Ich muss jetzt mal los. Hat mich sehr gefreut, Merfyn.“

Eine weitere Person, die sich meinen Fragen stellte. Ich bin überrascht, wie leicht es mit Naomi ging. Liegt wohl an ihrem umgänglichen Verhalten. Sie hat etwas äußerst Liebenswürdiges an sich. Mal sehen, ob das bei meinem kommenden Gast ebenfalls der Fall sein wird. Warten wir es ab und in dem Sinne grüßt euch Merfyn und freut sich, wenn noch viele von euch in meiner wöchentlichen Fragerunde vorbeischauen.

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