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  • Merfyn

… Nehemiael


Wieder hier auf der Bildfläche zu erscheinen ist ein schönes Gefühl. Das letzte Interview hing mir lange nach. Mittlerweile dürfte euch allen klar sein, um wen es sich dabei handelte, auch wenn ich es in dem Sinne nie erwähnt habe. Aber um ihn geht es heute noch nicht. Nein, vielmehr wenden wir uns jener Person zu, die der eigentliche Hauptprotagonist ist und diese Rolle gedenkt voll auszuleben. Nehemiael, der Sohn von Perla und Prinz Seere. Der Dämonenbursche bewohnt gegenwärtig einige Räumlichkeiten im Buckingham Palace und genau hier sitzen wir uns gegenüber.

„Es freut mich, dass du die Zeit hierfür gefunden hast, Nehemiael.“

„Vater hat mich dazu gezwungen. Wäre es nach mir gegangen hätte ich dich nicht mal eines Blickes gewürdigt.“

„Ja, überheblich, was? Ist in Anbetracht deiner Situation wohl nicht gerade das Beste, oder?“

„Ich bin nicht überheblich. Vielmehr bin ich Realist. Ich weiß, wessen ich mich schuldig gemacht habe und bei was nicht. Das was mir vorgeworfen wird ist nicht auf meinem Mist gewachsen und entsprang dem irrwitzigen Wahnsinn der Autorin.“

„Also die Schuld auf andere abwälzen ist die Lösung?“

„Mag sein, dass es keine ist, aber ich sehe nicht ein, warum man mir die Sache anhängen musste.“

„Du hast eine Wechselgestalt. Womöglich deswegen?“

„Und wenn ich keine gehabt hätte? Irgendeinen Vorwand hätte man mit Sicherheit gefunden.“

„Du bist also davon überzeugt, dass alles auf der Mutwilligkeit der Autorin beruht und du in Wahrheit ein Unschuldslamm … Äh Verzeihung, ein Unschuldskrokodil bist?“

„Na ein Muster ist da doch eindeutig zu erkennen, oder?“

„Ja, mit den Gegenfragen fängst du am besten erst gar nicht an, Bürschchen. Das haben schon ganz andere versucht. Außerdem schweifen wir ab. Es geht ja nicht nur um dich in diesem Band. Andere Figuren haben genauso ihre Berechtigung und wenn wir schon dabei sind. Eine gewisse Seraph macht dir dabei das Leben auch nicht unbedingt leichter, nicht wahr?“

„Um deren Gegenwart habe ich schon mal gar nicht gebeten. Aber auch dabei wurde ich nicht gefragt, besser gesagt überstimmt. Eine andere Figur wäre sicher zweckmäßiger gewesen.“

„Mag sein, aber in dem Punkt hat man dich wohl tatsächlich nicht gefragt. Wie würdest du überhaupt beschreiben, woher die Handlung rührt. Hat sie mit dem zu schaffen, was wir nur angedeutet erfahren und was die Leserschaft durchaus in Tränen ausbrechen lassen wird?“

„Ich weiß nicht, ob die Leute weinen werden. Ich meine tatsächlich weinen. Viele werden sich sicherlich etwas anderes erwarten, besonders in Hinblick darauf zu was Azrael eigentlich fähig ist, wie man ja aus dem 3. Band bereits erfährt. Er kann es, aber wenn man ihn nicht darum bittet ist es ein Umstand, der sich nicht schönreden lässt. Viele Dinge blieben glaube ich zwischen uns dreien ungesagt und das hängt uns beiden nun nach.“

„Du bist aber nicht alleine. Immerhin hast du einen Engel des Todes bei dir. Eine bedeutende Figur.“

„Einen Erzieher, Merfyn. Vielmehr ist er nicht und selbst darin ist er … mittelmäßig.“

„Na lass ihn das mal besser nicht hören. Der prügelt dich sonst grün und blau. Außerdem gibt es doch auch ruhige Momente, die nachdenklich stimmen und zudem zeigen, dass du nicht nur eine egoistische Persönlichkeit bist.“

„Ich bin kein Egoist. Ich will mich bloß nicht mit festgefahrenen Ansichten auseinandersetzen, weil es bei allem auch eine andere Lösung geben kann.“

„Die dich letztlich aber auch den Kopf kosten könnte, nicht wahr?“

„Das ist deine Sicht der Dinge. Ob es dazu kommt erfährt man ohnehin nur dann, wenn man das Buch liest und dabei die Wahrheit hinter all dem erkennbar wird.“

„Darf ich das so verstehen, dass für dich diese Unterhaltung beendet ist?“

„Du darfst es verstehen wie du willst. Ich muss jetzt los.“

Und da entschwindet er. Ich weiß noch gar nicht, was ich von Nehemiael halten soll. Er ist …

Tja, schweigen sagt manchmal mehr als tausend Worte. Ich muss jetzt ohnehin weiter und den nächsten Protagonisten in diesen umgebauten und zum Teil einsturzgefährdeten Hallen ausfindig machen. Am besten ich folge einfach dem gerade aufkommenden Streit.

Bis zum nächsten Mittwoch, euer Merfyn.

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