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Buchvorstellung: Die Liebermann-Papiere - Band 1 von Frank Tallis


Fräulein Löwenstein ist tot. Das ist der Einstieg in die Max Liebermann-Reihe.

Dabei geht der Autor vor als würde man die Figuren bereits kennen. Mit einer Selbstverständlichkeit nimmt man die Freundschaft zwischen Doktor Liebermann und dem Ermittler Reinhardt hin. Mit beiden Figuren versucht man nun den mysteriösen Mord an dem bekannten Medium Löwenstein aufzuklären. Gar nicht so einfach, denn es gibt viele Verdächtige und genauso viele Motive.


Geschickt wird man als Leser aufs Glatteis geführt und sieht sich Recht bald nicht nur mit dem Mord konfrontiert, sondern auch mit dem Hass gegen die Juden und einer Vielzahl an Behandlungsmethoden, die an eine erschreckende Weltanschauung Frauen gegenüber erinnern lassen.

Der Autor beschönigt dabei nichts und zeichnet keineswegs nur ein verklärtes Bild von einem Wien an der Schwelle zum 20. Jahrhundert.


So gekonnt der Kriminalfall aufgezogen ist, so bremst doch immer wieder der Moment die Handlung aus, wenn Clara Weiß auftaucht. Ihre Unterhaltungen mit Liebermann wirken dabei zuweilen ermüdend und im Sand verlaufend. Ähnlich wie die Hauptfigur ertappt man sich dabei, wie die eigenen Gedanken abschweifen. Dagegen wirken Liebermanns Gespräche mit Freud und Amalia Lydgate, einer Patientin, extrem lebhaft.

Fazit: Ein Krimi, der durchaus keine Wünsche offen lässt. Allerdings sind die Szenen zwischen Liebermann und seiner Liebsten zuweilen nicht nur für ihn ermüdend mitzuverfolgen.

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