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  • hoellenfuerstin

Buchvorstellung: Hinter den Gesichtern von Richard Lorenz


Die Geschichte spielt in einem Vorort von München. Ein kleines Dorf, in welchem vor Jahren grauenvolle Morde an Kindern stattfanden. Soweit, so klar die Handlung. Der Einstieg ist schon mal etwas wirr, denn man lernt flüchtig die kleine Lisbeth kennen, die offenbar Stimmen hört. Hier würde man jetzt den Einstand für einen Thriller erwarten, allerdings wird man ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und bekommt einen Landkrimi serviert. Denn während das kleine Mädchen noch eine Vision durchlebt findet man sich in der Gegenwart des verschlafenen Dorfes wieder und steht einer erwachsenen Ausgabe von Lisbeth gegenüber. Alleinerziehende Mutter, Krankenschwester in der örtlichen Notfallambulanz und mit dem angeblich zweiten Gesicht betraut.


Ich muss zugeben, gerade diesen letzten Faktor hätte ich gern näher erörtert bekommen, aber da kam irgendwie so gar nichts. Stattdessen findet eine neue Mordserie in dem Dorf statt, deren Ursprung zunächst, wie für einen Krimi passend, nicht ganz klar ersichtlich scheint. Der Dorfpolizist ist eine wilde Mischung aus einem frustrierten Grasraucher, der bereits bei der ersten Mordserie vor Jahren nicht gerade den großen Durchblick hatte und ständig in der Angst lebt bei zu vielen Abfragen in München die Ermittler vor Ort zu haben, welche ihm den aktuellen Fall aus der Hand nehmen.

Lisbeth ist die Hälfte der Zeit damit beschäftigt ihre Vergangenheit aufzuarbeiten, die aus einem zerütteten Familienleben besteht und einer religösen Großmutter, die man nie zu Gesicht bekommt. Überhaupt bleiben die Figuren aus der Vergangenheit sehr oberflächlich, ebenso wie die Vorfälle an sich. Kurz reist der Autor hier das Ruder rum, allerdings auch nur in einer angedeuteten Oberflächlichkeit, die schon wieder frustriert. Von Lisbeths zweitem Gesicht bemerkt man im Grunde nicht viel.


Das Ende hat es dann ehrlich gesagt auch nicht großartig besser gemacht. Einige Verhaltensweisen der Figuren waren für mich schlicht nicht nachvollziehbar.


Fazit: Das Buch hat seine interessanten Momente, die einen dazu bringen weiterzulesen. Große Überraschungen findet man zwar auch an einigen Stellen, aber sie bleiben derart oberflächlich, dass es schon wieder viel verschenktes Potential gibt.

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